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Vor dreiundzwanzig Jahren bin ich nach Mallorca gegangen. Es war kein strategischer Karriereschritt. Es war ein innerer Ruf. Ein Gefühl von Weite, von Möglichkeit. Während ich diese Entscheidung in mir längst getroffen hatte, begegnete mir im Außen eher Zurückhaltung als Begeisterung. Skepsis lag in der Luft. Zweifel wurden ausgesprochen, manchmal vorsichtig, manchmal deutlich. Und dennoch bin ich gegangen. Wenn ich heute zurückblicke, erkenne ich, wie sehr mich diese Phase geprägt hat. Sobald man sich für einen eigenen Weg entscheidet, entsteht eine besondere Form von Wachheit. Man steht für sich ein. Man trägt die Konsequenzen. Und irgendwo im Hintergrund wächst ein stiller Anspruch: "Jetzt zeig, dass es richtig war." Dieser Anspruch hat mich lange begleitet. Vor zwölf Jahren, mit der Gründung des Ashrams, wurde er noch einmal deutlicher. Einen Raum für Frauen zu eröffnen, für Bewusstsein, für Tiefe, für Entwicklung, bedeutete Verantwortung auf vielen Ebenen. Entscheidungen, finanzielle Fragen, Führung, Präsenz. Vieles lag in meiner Hand. Und mit dieser Eigenverantwortung kam eine Kraft, die getragen hat – und gleichzeitig ein innerer Druck, der mich anspornte. Ich kenne diese Dynamik gut. Viele Frauen kennen sie. Wir übernehmen. Wir halten Strukturen. Wir denken voraus. Wir entwickeln uns weiter. Über Jahre kann daraus eine Haltung entstehen, in der Bewegung selbstverständlich wird. Wachstum gehört dazu, Reflexion ebenso. Und doch spüre ich heute deutlicher denn je, dass diese ständige Ausrichtung nach vorne auch müde machen kann. In den vergangenen Jahren hat sich mein Blick verändert. Ich sehe klarer, wie viel Energie in das eigene Antreiben fließt. Wie subtil der Gedanke wirkt, dass noch etwas fehlt, das verbessert, geklärt oder erreicht werden sollte. Dabei liegt eine tiefe Qualität längst unter der Oberfläche. Eine Würde, die sich nicht über Leistung definiert. Eine Stärke, die aus innerer Sicherheit wächst. Je länger ich Frauen begleite, desto deutlicher wird: Der entscheidende Schritt besteht weniger im Vorwärtsdrängen als im Ankommen. Wenn der Körper sich sicher fühlt, wenn das Nervensystem zur Ruhe kommt, entsteht eine andere Form von Kraft. Sie ist ruhiger, klarer, tragfähiger. Die Frau, die ihren Weg geht Weltfrauentag ist für mich deshalb ein Moment des Innehaltens. Ein Blick auf das, was Frauen seit jeher tragen. Auf das Durchhaltevermögen, die Intuition, die Fähigkeit, Räume zu halten und Leben zu gestalten oder gar zu schenken. Gleichzeitig auch ein Raum für Ehrlichkeit. Für das Eingeständnis, dass Stärke ihren Preis haben kann. Der Weltfrauentag wird oft mit Bildern der starken Powerfrau verbunden. Doch das ist nur ein Teil der Realität vieler Frauen. Hinter vielen Lebensgeschichten liegen Jahre des Tragens, des Gebens, des Zusammenhaltens – in Beziehungen, in Familien, im Alltag. Auch Müdigkeit, Verletzlichkeit und alte Wunden gehören zu dieser Erfahrung. Dieser Tag darf deshalb auch eine Erinnerung sein, dass Frauen sich selbst annehmen dürfen, mit allem, was ihr Leben geprägt hat. Manchmal stehen wir an Punkten im Leben, an denen die Richtung verschwimmt. Alte Muster tauchen auf, verborgene Ängste melden sich stärker, vertraute Strategien greifen nicht mehr. Genau hier beginnt eine Phase innerer Öffnung. Heart Blooming Journey
Ein Erfahrungsraum für Frauen, die sich selbst auf einer tieferen Ebene begegnen möchten. Begleitet von Atemarbeit, Präsenz und sehr bewusst eingesetzten Impulsen aus der Natur. Wir dürfen uns daran erinnern, was bereits da ist
Die Heart Blooming Journey ist aus dieser Erfahrung gewachsen. Über zwölf Jahre Ashram-Arbeit haben mir gezeigt, wie viel sich bewegt, wenn Frauen sich in einem sicheren Rahmen erlauben, tiefer zu schauen. Sehr bewusst eingesetzte Substanzen aus der Natur – als Unterstützung – können innere Schichten zugänglich machen. In Verbindung mit Atemarbeit, Verkörperung und klarer Begleitung entsteht ein Boden, auf dem sich das Eigene entfalten darf. Es geht dabei nicht um ein neues Selbst. Es geht um ein vertrauteres. Vielleicht liegt die eigentliche Bewegung dieses Tages genau hier: in der Erinnerung an das, was bereits da ist. An die Fähigkeit, sich selbst zu tragen. An die innere Souveränität, die entsteht, wenn der Druck nachlässt. Zum Weltfrauentag habe ich eine Audio aufgenommen, in der ich genau diesen Raum öffne. Ein Moment, um dich zu spüren, um deinen inneren Anspruch wahrzunehmen und ihn für einen Augenblick weicher werden zu lassen. Du findest die Audio mit kostenfreier Anmeldung in meinem Patreon-Bereich. Und wenn du merkst, dass es Zeit ist, deinem Weg noch einmal bewusster zu begegnen, findest du hier auf der Seite auch weitere Informationen zur Heart Blooming Journey. Weltfrauentag darf ein Tag sein, an dem wir uns selbst anerkennen. In unserer Geschichte. In unserer Kraft. In unserem Sein. |
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April 2026
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